Grundsätzliche Fragen zum Trockeneisstrahlen

Print Friendly, PDF & Email

Gibt es wissenschaftlich fundierte Untersuchungen bzgl. des Trockeneisreinigungsverfahrens?
Ja. Von Dipl. Ing. Jochen Haberland von der Universität Bremen „Fertigungseinrichtungen / Verkettungseinrichtungen“ (Lehrstuhl von Herrn Prof. Dr. Ing. Andreas Visser) hat sich mit dieser Thematik besonders in den letzten (fĂĽnf) Jahren beschäftigt.

WofĂĽr steht der Begriff „Trockeneisstrahlverfahren“?
Das Trockeneisreinigungssystem stellt ein neues, modernes und umweltfreundliches Reinigungssystem dar, das keine zusätzlichen Entsorgungsfragen aufwirft. Das Trockeneisreinigungsverfahren wird bereits heute von vielen namhaften Unternehmen für die Reinigung von: elektronischen und elektrischen Systemen, Formen für Reifenproduktion – generell im Formenbau -, Bootskörper, Turbinen, Walzen, Druckpressen und Maschinen im Bereich der Lebensmittelproduktion eingesetzt. Das Trockeneisstrahlverfahren kann sogar für die Reinigung von pharmazeutischen Behältern eingesetzt werden, da das System chemisch neutral arbeitet.

Grundsätzlich kann alles, das mit Sandstrahl-, Dampfstrahl-, Laugen, Wasser und Seifen und andere Lösungsmittel gereinigt werden kann durch den Einsatz des Trockeneisreinigungsverfahren in der Regel grĂĽndlicher, preiswerter und auch sicherer bearbeitet werden. Die Vorteile beim Einsatz des Trockeneisstrahlverfahren Systems liegen auf der Hand: keine zusätzliche Umweltbelastung, Arbeitssicherheit, Kompakt, Mobil, keine Beschädigung der zu reinigenden Einrichtungen – auch den Fertigprodukten, einfach in der Handhabung, ideal zum Einsatz im Bereich der Automation, Umweltsicherheit und unabhängig von Stromversorgung, da das System ausschlieĂźlich pneumatisch betrieben wird.

Kann in der Literatur mehr ĂĽber das Trockeneisstrahlverfahren gefunden werden?
Ja. Literaturverzeichnis:

1. Prof. Visser, Dr. Dipl. Ing. Haberland, Herr Budde: Universität Bremen: Untersuchung des Trockeneisstrahlwerkzeuges mittels high-speed Kameratechnik
In: Technische Messen TM

2. N.N.: Reinigen und Entschichten mit Trockeneis
In: Metalloberfläche, 47 Jahrgang, 1993, S. 604

3. Donath, S.: RĂĽckstandsfreies Strahlverfahren mit CO2-Pellets zum Entlacken
In: Schriftreihe Praxis-Forum, FachbroschĂĽre Oberflächentechnik, Band 07/91 (1991), Berlin: Buchkapitel: Entlacken, Lackschlammaufbereitung und Entsorgen: Vermeiden, Vermindern, Verwerten, Kommunikation und Technik, S 60 – 71

u.v.a. Publikationen (auf Anfrage erhältlich)

Warum kann das Trockeneisstrahlverfahren als schonend bezeichnet werden?
Da die Pellets eine Härte von ca. 2 MOHS haben, können auch weiche Aluminiumlegierungen oder faserverstärkte Verbundwerkstoffe auf Polyurethan- oder Polyesterbasis ohne Oberflächen Veränderung gereinigt werden.

Die niedrige Temperatur der Pellets versprödet die anhaftende Verschmutzung der Oberfläche und löst sie schonend. Hierdurch wird die Abnutzung von Anlagen und Werkzeugen gegenüber herkömmlichen Strahlverfahren wesentlich reduziert.

Gefährdet der Einsatz von CO2 nicht die Gesundheit des Mitarbeiters?
Nein! Es ist jedoch sicherzustellen, dass der Bereich in dem das Gerät eingesetzt wird, eine normale Luftzufuhr erhält. Dies ist im Grunde die einzige „Sicherheitsbestimmung“ bzgl. der sich entwickelnden Gase.

Das Gas ist nicht toxisch (in Verbindung mit Lebensmitteln zulässig), nicht entflammbar (ja sogar als Löschmittel bekannt), geruchlos, geschmacklos, farblos und rd. 1,5 mal schwerer als Luft (= das Gas setzt sich am Boden ab). Die Maximalkonzentration am Arbeitsplatz darf 5.000 ppm v/v (0,5%) nicht ĂĽberschreiten. Bei einer Konzentration von 30.000 – 50.000 ppm (3-5 %) kommt es zur Reizung der Atemwege (Diese Konzentrationsmenge wird jedoch auch im medizinischen Bereich fĂĽr Inhalationen eingesetzt). Bewusstlosigkeit setzt bei einer Konzentration von 70-000 bis 100.000 ppm (7-10%) auf Grund von Sauerstoffmangel ein.